Tun und Lassen

Menschen erkranken an dem bekannten Burn-Out-Syndrom, wenn zwei Phänomen zusammen auftreten: Überlastung (es ist alles zu viel) und Überforderung (es ist das Falsche). Was Einzelnen geschieht, geschieht auch Organisationen (z.B. Gemeinden oder Regionen) – auch sie können „erkranken“. Nicht, weil sie eine Seele hätten, aber weil die Menschen, die zu ihnen gehören, ein System bilden. Einstellungen und Verhaltensweisen bilden sich im System ab und erzeugen Kulturen und Atmosphären, die ihrerseits zurückwirken auf die Haltungen Einzelner. So können auch Gemeinden als kraft- und mutlos, ohne Hoffnung und ausgebrannt erscheinen.
Die Gründe dafür sind vielfältig miteinander verknüpft. Gesellschaftliche Entwicklungen, kirchliche Probleme, Widerstände gegen Veränderungen und mehr führen mit der Zeit zu diesem Gefühl von Überlastung und Überforderung. Eine schnelle Lösung für diese Situation wäre zwar reizvoll, ist aber unrealistisch. Therapie am Einzelnen wie am System braucht Zeit. Eine solche könnte drei Strategien verfolgen, die einander brauchen, um wirksam zu sein. Alle drei gelten im Prinzip sowohl für Einzelne als auch für Systeme.

  • Das (Wieder-) Entdecken der geistlichen Mitte und des inneren Feuers. Die geistliche Mitte ist der innere und äußere Raum, in dem Menschen zu Ruhe und zu sich kommen und Gott zu ihnen kommt. Hier mag dann auch das Feuer der Begeisterung (neu) entfacht werden. Diese Strategie ist grundlegend.
  • Das (Wieder-) Entdecken der eigenen Kompetenzen, der Abgleich mit der Realität der Anforderung und die behutsame Anpassung. Wenn Gaben und Aufgaben zueinander passen, ist die Grundlage dafür gelegt, dass Freude am Sein und Tun ins Leben einzieht. Überforderung wird vermieden, indem das Richtige getan wird.
  • Das (Wieder-) Entdecken der Kontrolle über die eigene Zeit, der Abgleich mit der Fülle der Anforderungen und die behutsame Anpassung. Wenn Zeit und Aufgaben zueinander passen, ist die Grundlage dafür gelegt, dass Frieden und Gelassenheit ins Leben einziehen. Überlastung wird vermieden, indem das Richtige auch richtig getan wird.

Es liegt auf der Hand, dass diese Strategien im Kontext einer Gemeinde oder Region wirkungsvoller sein können, wenn diese eine Vision und ein Leitbild hat und gemeinsame Ziele und Pläne formuliert hat. Dann kann auch mit nachhaltigen Effekten gerechnet werden.


„Ich rate, lieber mehr zu können als man macht, als mehr zu machen als man kann.“
Bertolt Brecht

dst@dst.tux4web.de info@dadadada.de