Prozesse gestalten
Jede, die sich aufmacht auf einen neuen Weg, sei es zur Erstellung eines Leitbildes oder zu einem Veränderungsprozess oder ..., der lässt sich auf einen Prozess ein. Ziel ist es in jedem Fall, dass am Ende etwas Anderes, gehofft qualitativ höherwertig Seiendes steht. Damit dieses Vorhaben gelingt, ist eine geplante Prozessgestaltung ein bewährtes Mittel. Sie gibt einen orientierenden Rahmen vor und verhindert bei aller Dynamik von Prozessen, dass der Überblick verloren geht.
Der Prozess beginnt mit einer inhaltlichen Planung, die sich gut auf einer Zeitleiste festhalten lässt. Dabei können und werden manche Prozessteile nebeneinander und übereinander verlaufen. Zur guten Orientierung in dieser Mehrdimensionalität helfen die folgenden Leitfragen:
- Wie heißt das konkrete Ziel, die konkrete Veränderung, welche(s) durch den geplanten Prozess erreicht werden soll? (sachliche Dimension)
- Welche Personen und Personengruppen sind zu beteiligen, damit dieses Ziel erreicht wird? (soziale Dimension)
- In welchem Zeitraum sollen relevante und erkennbare Veränderungen sicht- und erfahrbar werden und dauerhaft verankert sein? (zeitliche Dimension)
- In welchen Bereichen soll der Prozess greifen? (räumliche Dimension)
- Welche Signale sollen durch dieses Vorgehen insgesamt in die Organisation gesendet werden? (symbolische Dimension)
Diese Fragen sind Orientierungsmarken eines strukturierten Prozesses. Die konkrete Steuerung eines Prozesses obliegt dabei einer sogenannten Steuerungsgruppe, die nach Möglichkeit ein Spiegelbild der beteiligten/betroffenen Personengruppen der Organisation ist. Diese „profilierte Binnensicht“ auf das eigene System (Kirchengemeinde, Kirchenkreis, Propstei, Landeskirche, Diakoniestation, ...) sollte unbedingt ergänzt werden durch eine profilierte Außensicht. Hier bieten sich zuerst die qualifizierten Mitarbeitenden der landeskirchlichen Gemeindeberatungsteams an. Allerdings macht es in manchen Fällen auch Sinn, über die Grenzen der eigenen Landeskirche hinweg in die Nachbargemeindeberatungen zu schauen oder nach einer Mischung zwischen binnenkirchlicher und außerkirchlicher Beratungskompetenz Ausschau zu halten.
