Von der Utopie zur Wirklichkeit: Region als missionarischer Gestaltungsraum mit Zukunftsperspektive
Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der gesamten EKD waren am 19./20. Oktober zu Gast in der Evangelischen Akademie Hofgeismar (Nordhessen), um bei der Jahrestagung des EKD-Zentrums Mission in der Region (ZMiR) der Frage nach den Chancen und Perspektiven der Region als Gestaltungsraum für Kirche nachzugehen.
„Wir sehen ein Bündel von Herausforderungen für Mission in der Region“, so Hans-Hermann Pompe, der Leiter des Zentrums, zu Beginn der Tagung. Hierzu gehörten beispielsweise die Neubewertung der Regionen, die Unterstützung der mittleren Ebene, ein Mentalitätswandel hin zu Kooperation, mutige Experimente mit ungewohnten Strukturen oder aber auch ein Aufbruch zu weiterer Mission.
Die erste Etappe der Tagung bestand in drei Impulsen, die die Region unter interdisziplinären Gesichtspunkten als Gestaltungsraum in den Blick nahmen:
- Dr. Thomas Loer, Privatdozent an der Technischen Universität Dortmund, führte unter sozialwissenschaftlichen Gesichtspunkten in das Thema ein. Er erläuterte die sogenannten regionalen Einflussfaktoren, die auch normativen Charakter entwickeln können – weshalb die Wahrnehmung regionaler Lebenswelten gerade für Kirche wichtig ist.
- Der Göttinger Theologe, Prof. Dr. Jan Hermelink, unterstrich in seinem Impuls zur „Region als Konfliktfeld und Konfliktlösung“, dass Region nicht nur eine vorgegebene, sondern eine auch als „Zwischenraum“ zu gestaltende Größe sei. Diese Gestaltung braucht allerdings die leitende Kraft von Utopien.
- Einen Weg in die organisationale Praxis bahnte Reinhold Lock, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung BSL aus Bergheim, mit Verweis auf Beispielen, bei denen die Region ein Baustein erfolgreicher kirchlicher Veränderungsprozesse darstellt.
Im zweiten Tagungsteil wurde in drei Foren — zur Regionalentwicklung, zur Demographischen Entwicklung und zum Mitgliederschwund sowie „Was wir von Anderen lernen können“ — zu speziellen Teilaspekten des Themas mehr Raum für Diskussionen und Austausch gegeben, wozu jeweils prominente Referenten und Referentinnen Kurzimpulse gaben und „Anwälte der Praxis“ aus der Mittleren Ebene ihre Erfahrungen mit einspielten.