Wovon wir überzeugt sind

Mission ist nicht nur nötig, sie ist auch möglich, auch unter den erschwerten Bedingungen einer sich fortschreitend säkularisierenden, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft.

Die Kirchengemeinden bleiben das Rückgrat von Volkskirche, in den südlichen und westlichen Landeskirchen eher mehr, in den nördlichen und östlichen Kirchen eher weniger. Sie bilden das missionarische Rückgrat von Kirche, mit dem sie in einzigartiger Weise weithin in der Fläche prä-sent ist. Aber es gibt schon jetzt auch weite Gebiete, in denen sich Kirche aus der Fläche zurückge-zogen hat; in denen die Kraft nicht mehr reicht, flächendeckend präsent zu sein; in denen oft nur noch eine ausgedünnte volkskirchliche Struktur existiert. Wir müssen damit rechnen, dass im Lauf der Zeit auch für sogenannten „funktionierende“ Volkskirchen diese Tendenzen zu einer Heraus-forderung werden. Wie ist unter diesen Umständen zu reagieren? Wie können wir den Wandel mit den vorhandenen, immer noch beachtlichen personellen und finanziellen Ressourcen gestalten, statt nur Rückzug und Mangel zu verwalten? Hier kommt der Gesichtspunkt „kirchliches Handeln in der Region“ ins Spiel.

Wir müssen Antworten finden auf die tiefgreifenden Wandlungen unserer Gesellschaft. Kirchengemeinden mit ihren Gotteshäusern als Mittelpunkt, Kirchen als territoriale Größen im Nahbereich und konkreten Lebenszusammenhang der Menschen, mit einem fix an einem Ort und zu einer bestimmten Zeit stattfindenden Angebot — das sind vor allem in den großen Städten Strukturen, auf die sich immer weniger Menschen einlassen, eben auch weil sie an ihrer Lebenswirklichkeit vorbeizielen. Die Trennung von Freizeit-, Arbeits- und Wohnwelt, die Berufstätigkeit weiter Teile der Bevölkerung an Wochenenden und am Abend und in der Nacht; die hohe Flexibilität vieler Menschen und der Netzwerkcharakter von Beziehungen, die elektronische Welt, die zu ganz anderen als den traditionellen territorialen Räumen führt — all das fordert uns auch als Kirche heraus und läßt uns danach fragen, wie wir in neuer und veränderter Weise Kirche in den Lebenszusammenhängen der Menschen präsent sein können.


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