Was unsere Ziele sind
Aus dieser Analyse unserer Situation und der sich ergebenden Aufgaben und Herausforderungen ergeben sich die Ziele, denen unser Arbeiten verpflichtet ist:
- Wir arbeiten daran, dass die Perspektive "Region" immer mehr Freunde und Anhänger ge-winnt.
- Wir bearbeiten die Fragen, Anfragen und Hindernisse, die sich der "Region" als ergänzender kirchlicher Handlungsperspektive in den Weg stellen.
- Wir werben dafür, dass der Blick kirchlicher Verantwortungsträger nicht nur soweit reicht, wie die Grenzen der Kirchengemeinde. Wir plausibilisieren die Chancen einer Zusammenarbeit von Kirchen und Christen auf regionaler Ebene in Zeiten knapper werdender Ressourcen.
- Wir arbeiten daran mit, dass Menschen und Gemeinden erkennen, wie unterschiedlich die Lebenswelten der Menschen in einer nachmodernen Gesellschaft sind und wie sinnvoll es ist, dass Kirche in der Region verschiedene Gestalten annimmt, um den Menschen in ihren unter-schiedlichen, pluralen Milieus und Mentalitäten zu begegnen.
- Wir sammeln und sichten, welche Gestalten von Kirche sich bisher schon eingerichtet und auf die vielfältigen Bedürfnisse der Menschen eingestellt haben. Wir arbeiten an einer Konzeption, einer Vorstellung und einer Vision von Kirche, die nicht mehr nur Kirchengemeinde ist, sondern Parochie noch einmal anders, umfassender versteht: als territorialer, mentaler, kultureller Raum, in dem Menschen in sehr vielgestaltiger Weise mit dem Evangelium in Kontakt kommen (als Profilgemeinde und Personalgemeinde, als Citykirche und Kirche im ländlichen Raum; als Freizeitgemeinde und Gemeinde auf Zeit, als Netzgemeinde und Netzwerkgemeinde).
- Um dieser Aufgabe gerecht werden zu können, arbeiten wir zunächst an Zwischenschritten, die wir erreichen wollen, um uns den übergreifenden Zielen zu nähern.
Dazu gehört etwa ein differenzierter Begriff von Region: Was alles kann unter „Region“ als einem umfassenderen kirchlichen Kommunikationsraum verstanden werden? Und wir bemühen uns um eine Typologie der verschiedenen Regionen: unter Aufnahme der sozialwissenschaftlichen Forschung, etwa der Demographie oder Städteforschung, differenzieren wir mehrere Typen von ländlichen und städtischen Räumen, fragen nach den besonderen Schwierigkeiten und Herausforderungen, vor die die jeweiligen Regionentypen Kirche und kirchliches Leben stellen. Wir stellen uns der Unterschiedlichkeit der verschiedenen Landeskirchen. Eine weitere Aufga-be ist schließlich die Berücksichtigung der unterschiedlichen theologischen und geistlichen Stile — von traditionell volkskirchlich über hochkirchlich, liberal und modern bis zu pietistisch und evangelikal.
Das alles geschieht natürlich nicht — nur — am Schreibtisch, sondern vor Ort, in der Region. Wir schauen uns an, wo Christen und Kirchen schon miteinander die Kooperation in der Region suchen. Wir begleiten Kooperationen in der Region und werten das bisher Erreichte aus. Und wir suchen uns Partner, die mit uns zusammen Pilotprojekte in einem Neuland, ihrer Region, betreten. Im Zusammenspiel von Theorie und Praxis sollen Modelle entstehen, die dann übertragen und auch an anderer Stelle, in anderen Regionen, fruchtbar gemacht werden und hilfreich sein können.